Die Anfänge

1900 - 1920
Das 1. Jahrzehnt (1900-1909): Höchste Eisenbahn
Am Dienstag, 06. März 1900 fand in der Bahnhofstraße im damaligen Jansen’schen Lokal – dem im 2. Weltkrieg vollkommen zerstörten Hotel Moritz – die konstituierende Generalversammlung statt. Wenige Tage später, am 27. März, wurde der „Gemeinnützige Bauverein eGmbH Opladen“ beim Amtsgericht Opladen ins Genossenschaftsregister eingetragen – letztgenannter Termin gilt als offizielles Gründungsdatum des GBO. Treibende Kräfte der Gründung waren neben dem Bürgermeister und den Stadtverordneten zahlreiche „Honoratioren“ wie Apotheker, Notare, Fabrikanten etc. Erster Vorsitzender des Aufsichtsrates wurde Bürgermeister Karl Drecker, Amtsrichter Richartz wurde zum Vorsitzenden des Vorstands gewählt.
Als feststand, dass das Reichsbahn-Ausbesserungswerk definitiv am Standort Opladen errichtet werden würde, war es „höchste Eisenbahn“ für einen Bauverein. Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts hat sich die Einwohnerzahl Opladens von rund 4.000 auf über 8.000 verdoppelt. Das war nur möglich, weil der Bauverein – vorrangig in der Bahnhofstraße – sehr aktiv beim Bau von Wohnungen war. Die ersten Häuser des GBO wurden in der Reuschenberger Straße errichtet (sieben Häuser, darunter ein Doppelhaus), es folgten weitere Objekte in der Kaiserstraße (heute Birkenbergstraße) und in der Kanalstraße.
Das 2. Jahrzehnt (1910-1919): Turbulente Zeiten rund um den 1. Weltkrieg
Turbulent ging es in dieser Zeit auch beim GBO zu – so zum Beispiel bei der Generalversammlung am 31.3. 1911. Alle Mieter müssen auch GBO-Mitglieder werden, ansonsten sei die Wohnung bis zum 01.10.1911 zu räumen. Zur Generalversammlung am 30.06.1911 erscheinen 130 Mitglieder, nach turbulentem Verlauf wird eine Mieterhöhung beschlossen, die bei der kommenden Generalversammlung am 30.09.1911 wieder rückgängig gemacht wird. Auch der 1. Weltkrieg hat die eine oder andere Auswirkung auf den GBO: So nimmt der Vorstand „Kenntnis von Mietrückständen der zur Fahne einberufenen und der in Folge des Krieges arbeitslos gewordenen Mieter“. Aufgrund der Wohnungsnot nach Ende des 1. Weltkriegs – am 12.12. 1918 begann die Besatzungszeit, die Engländer verlegten vier Divisionen mit 34.000 Mann in das Kreisgebiet – traten im Laufe des Jahres 1919 168 neue Mitglieder bei. Für die am Knechtsgraben geplanten 35 Einfamilienhäuser gab es 64 Bewerber. Der stetige Zuwachs des Bauvereins führte im Jahr 1919 auch dazu, dass mit Heinrich Mertin ein hauptamtlicher Geschäftsführer eingestellt wurde.






